Gaildorf als Vorreiter für Stromspeicher

Mit einem Pilotprojekt in Gaildorf unweit von Stuttgart wird sichtbar, wie die Wasserbatterie in Zukunft funktionieren kann. Ab Oktober 2017 beziehen die Bewohner der Stadt regenerative Energie aus Wind- und Wasserkraft. Hierfür werden die Fundamente der vier leistungsstarken Windenergieanlagen auf den Limpurger Bergen als Oberbecken genutzt. Über unterirdische Druckrohrleitungen sind diese mit einem Pumpspeicherkraftwerk im Tal verbunden, das mit drei Turbinen eine Leistung von bis zu 16 Megawatt liefern kann. Die elektrische Speicherkapazität des Kraftwerks ist auf insgesamt 70 Megawattstunden ausgelegt.

Zahlen und Daten

Leistung Windenergieanlagen: 4 x 3,4 MW
Rotordurchmesser: 137 m
Jahresstromerzeugung aus Wind: 42 GWh
Nabenhöhen über Grund: bis zu 178 m NH
Leistung Pumpspeicherkraftwerk: 16 MW
Elektrische Speicherkapazität: 70 MWh
Fallhöhe: 200 m
Wassermenge: 160.000 m³
Stauhöhe Aktivbecken: bis zu 40 m
Stauhöhe Passivbecken: 8–13 m

178

Meter NH

70

MWh Speicherkapazität

160.000

m3 Wassermenge

3,4

MW Anlagenleistung

Unterstützung vom BMUB:7,15 Millionen Euro Fördergelder für das Pilotprojekt

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) unterstützt das Projekt in Gaildorf mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm in Höhe von 7,15 Millionen Euro. Ein eindeutiges Zeichen der Anerkennung für diese innovative Technologie, die zum ersten Mal in einer großtechnischen Anwendung unter Beweis gestellt wird.

 

Der Hintergrund: In Zeiten, in denen der Wind kräftig bläst, wird häufig ein Überschuss an erneuerbarer Energie erzeugt, der nicht ins öffentliche Netz eingespeist und auch nicht gespeichert werden kann. Stattdessen wird die Energieproduktion gedrosselt und die Windkrafträder werden abgeschaltet. Beim Pilotprojekt in Gaildorf dagegen wird der Strom in den Oberbecken zwischengespeichert.

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